Gesundheitsinformationen tragen Verantwortung. Eine unkorrekte Dosierungsangabe, ein fehlender Wechselwirkungshinweis oder eine überzogene Wirkaussage kann reale Konsequenzen für Menschen haben, die sich auf diese Informationen verlassen. Deshalb haben wir für das Hohentor Gesundheitsportal verbindliche Redaktionsrichtlinien entwickelt, die jeden veröffentlichten Beitrag betreffen.
Diese Richtlinien definieren, wie wir recherchieren, welche Quellen wir verwenden, wie wir Aussagen formulieren, wer unsere Inhalte prüft und wie wir mit neuen Erkenntnissen umgehen. Sie gelten ausnahmslos für alle Autoren und Beitragstypen auf diesem Portal – von Ratgeber-Artikeln über Produktbewertungen bis hin zu unseren Informationsseiten.
Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Inhalte zu produzieren, sondern Inhalte zu schaffen, auf die Sie sich verlassen können.
Vom Thema zur Veröffentlichung – unser sechsstufiger Prozess
Jeder Beitrag auf dem Hohentor Gesundheitsportal durchläuft sechs definierte Schritte, bevor er für unsere Leserinnen und Leser sichtbar wird. Abkürzungen gibt es nicht – auch nicht bei zeitkritischen Themen.
Schritt 1: Themenidentifikation & Relevanzprüfung
Am Anfang steht die Frage: Ist dieses Thema für unsere Leser relevant, und gibt es eine ausreichende wissenschaftliche Grundlage, um fundiert darüber zu berichten? Wir wählen Themen auf Basis des aktuellen Forschungsstands, konkreter Verbraucherfragen und Entwicklungen im Markt für Nahrungsergänzungsmittel. Trend-Themen ohne belastbare Studienlage behandeln wir nicht – oder ordnen sie explizit als solche ein.
Schritt 2: Systematische Literaturrecherche
Unsere Autoren recherchieren in anerkannten wissenschaftlichen Datenbanken: PubMed, Cochrane Library, EFSA-Datenbank und ClinicalTrials.gov. Die Suchstrategie wird dokumentiert. Relevante Studien werden nach ihrem Evidenzgrad bewertet – Meta-Analysen und RCTs haben Vorrang vor Beobachtungsstudien und In-vitro-Daten. Bei widersprüchlicher Studienlage stellen wir beide Seiten dar und kennzeichnen die stärkere Evidenz.
Schritt 3: Erstellung gemäß Briefing & Richtlinien
Der Fachautor verfasst den Beitrag anhand eines standardisierten Briefings, das Struktur, Zielgruppe, Keyword-Fokus und zu behandelnde Aspekte vorgibt. Jede gesundheitsbezogene Aussage wird mit einer Quellenangabe versehen. Formulierungen werden gegen die EU Health Claims Verordnung und die EFSA-Datenbank abgeglichen. Unsere sprachlichen Differenzierungsregeln (siehe unten) stellen sicher, dass Leser jederzeit erkennen können, wie belastbar eine Aussage ist.
Schritt 4: Medizinischer Faktencheck
Vor der Veröffentlichung prüft unser medizinischer Reviewer alle gesundheitsbezogenen Aussagen auf wissenschaftliche Korrektheit und klinische Relevanz. Geprüft werden insbesondere: Dosierungsangaben, Wechselwirkungshinweise, Kontraindikationen, die korrekte Einordnung von Studienergebnissen und die Angemessenheit der Formulierung. Beiträge, die den Faktencheck nicht bestehen, gehen zur Überarbeitung an den Autor zurück.
Schritt 5: Lektorat & SEO-Optimierung
Im letzten Schritt vor der Veröffentlichung erfolgen sprachliches Lektorat und technische Optimierung. Wir prüfen Verständlichkeit, Struktur, interne Verlinkung, Meta-Daten, Schema-Markup und Bildoptimierung. Dabei gilt: SEO-Anforderungen dürfen niemals auf Kosten der inhaltlichen Genauigkeit oder Leserfreundlichkeit gehen.
Schritt 6: Veröffentlichung & fortlaufendes Monitoring
Jeder Beitrag wird mit einem Veröffentlichungsdatum publiziert. In unserem Redaktionssystem wird automatisch eine Überprüfungserinnerung für sechs Monate später gesetzt. Bei neuen relevanten Studien oder veränderter Datenlage aktualisieren wir früher. Jede inhaltliche Änderung wird mit einem aktualisierten Datum gekennzeichnet.
Wie wir Gesundheitsaussagen formulieren
Sprache ist in der Gesundheitskommunikation nicht nur Stilfrage, sondern Verantwortung. Die Formulierung einer Aussage signalisiert dem Leser, wie gesichert eine Information ist. Deshalb unterscheiden wir auf dem Hohentor Gesundheitsportal konsequent zwischen drei Ebenen der Evidenz:
Ebene 1: Wissenschaftlich belegt
Formulierungen für Aussagen mit starker Evidenz (Meta-Analysen, mehrere RCTs, zugelassener EFSA-Claim)
- „Studien zeigen, dass …“
- „Trägt laut EFSA zu … bei“
- „Die aktuelle Studienlage belegt …“
- „Eine Meta-Analyse aus [Jahr] bestätigt …“
Ebene 2: Vorläufige Hinweise
Formulierungen für Aussagen mit begrenzter Evidenz (einzelne RCTs, Kohortenstudien, widersprüchliche Daten)
- „Es gibt Hinweise darauf, dass …“
- „Vorläufige Studienergebnisse deuten darauf hin …“
- „Eine Studie an [Anzahl] Teilnehmern legt nahe …“
- „Die Evidenz ist noch begrenzt, erste Ergebnisse sind jedoch vielversprechend“
Ebene 3: Herstellerangaben / keine ausreichende Evidenz
Formulierungen für Aussagen ohne belastbare Studienlage oder rein auf Herstellerangaben basierend
- „Laut Hersteller soll das Produkt …“
- „Der Hersteller bewirbt [Inhaltsstoff] mit …“
- „Für diese Aussage liegt derzeit keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vor“
- „Klinische Studien am Menschen stehen noch aus“
Formulierungsbeispiele: Korrekt vs. Unkorrekt
| Situation | ✓ So formulieren wir | ✗ So formulieren wir nicht |
|---|---|---|
| EFSA-Claim vorhanden | Glucomannan trägt im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zu Gewichtsverlust bei (EFSA) | Glucomannan lässt die Kilos purzeln |
| Einzelne RCT | Eine RCT mit 120 Teilnehmern deutet auf eine mögliche Wirkung hin | Wissenschaftlich bewiesen: [Stoff] wirkt |
| Nur In-vitro-Daten | Im Labor zeigen sich Effekte; klinische Studien am Menschen fehlen | [Stoff] hat eine nachgewiesene Wirkung |
| Nur Herstellerangabe | Laut Hersteller soll das Produkt den Stoffwechsel unterstützen | Das Produkt kurbelt den Stoffwechsel an |
| Widersprüchliche Daten | Die Studienlage ist uneinheitlich – einige Studien zeigen Effekte, andere nicht | Experten sind sich einig, dass … |
Diese Differenzierung mag auf den ersten Blick wie eine Formalität wirken, ist aber entscheidend: Sie schützt unsere Leser vor Fehlinterpretationen und stellt sicher, dass niemand eine vorläufige Erkenntnis für eine gesicherte Tatsache hält.
Unsere Standards für die Quellenarbeit
Die Quellenarbeit ist das Fundament jedes Beitrags. Wir haben verbindliche Mindeststandards definiert, die für alle Inhaltstypen auf dem Portal gelten:
Primärquellen haben Vorrang
Wir zitieren bevorzugt Originalstudien und systematische Reviews. Sekundärquellen wie Fachportale oder Lehrbücher nutzen wir ergänzend, nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Aussagen.
Mindestanzahl an Quellen
Ratgeber-Artikel: Mindestens fünf unabhängige Quellen pro Kernthema. Produktseiten: Mindestens eine PubMed-Referenz pro bewerteten Inhaltsstoff. Vergleichsseiten: Jedes bewertete Produkt mit individueller Quellengrundlage.
Transparente Quellenangaben
Alle Quellen werden als nummerierte Fußnoten am Ende des Beitrags aufgeführt – mit vollständigem Titel, Autoren, Journal, Erscheinungsjahr und Direktlink zur Studie (DOI oder PubMed-Link). So kann jeder Leser unsere Aussagen selbst nachprüfen.
Umgang mit widersprüchlicher Studienlage
Wenn Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, stellen wir beide Seiten dar. Wir benennen die methodisch stärkere Evidenz, verschweigen aber widersprechende Daten nicht. Einordnungssätze wie „Während eine Meta-Analyse positive Effekte zeigt, kamen zwei spätere RCTs zu keinem signifikanten Ergebnis“ machen die Datenlage für den Leser transparent.
Ausschluss nicht qualifizierter Quellen
Herstellerangaben ohne unabhängige Verifizierung, Anwenderberichte, Social-Media-Inhalte, nicht peer-reviewed Arbeiten und PR-Materialien werden von uns nicht als Evidenz herangezogen. Wenn wir Herstelleraussagen wiedergeben, kennzeichnen wir sie stets als solche.
Wie wir Inhalte aktuell halten
Wissenschaft ist ein dynamischer Prozess. Eine Aussage, die heute dem Forschungsstand entspricht, kann morgen durch neue Daten ergänzt oder revidiert werden. Deshalb haben wir einen verbindlichen Aktualisierungsprozess etabliert:
Regelmäßige Überprüfung
Jeder veröffentlichte Beitrag wird spätestens sechs Monate nach Erstveröffentlichung auf Aktualität geprüft. Hochdynamische Themen – etwa laufende EFSA-Bewertungsverfahren oder Inhaltsstoffe mit aktiver Studienlage – prüfen wir häufiger.
Sichtbare Datumsangaben
Alle Beiträge tragen zwei Datumsangaben: das Erstveröffentlichungsdatum und das Datum der letzten inhaltlichen Aktualisierung. Beide sind für Leser jederzeit sichtbar – wir verstecken keine Datumsangaben.
Transparente Korrekturen
Wenn wir einen inhaltlichen Fehler korrigieren – etwa eine fehlerhafte Dosierungsangabe oder eine überholte Studienreferenz –, ergänzen wir einen Korrekturhinweis am Ende des Artikels. Der Hinweis nennt das Datum der Korrektur und beschreibt, was geändert wurde. Rein stilistische oder technische Änderungen werden nicht gesondert dokumentiert.
Umgang mit veralteten Inhalten
Falls die Studienlage zu einem Thema sich so grundlegend verändert hat, dass ein Beitrag nicht mehr durch Aktualisierung gerettet werden kann, wird der Beitrag entweder komplett überarbeitet oder mit einem deutlich sichtbaren Hinweis versehen: „Dieser Beitrag wird derzeit überarbeitet. Einzelne Informationen könnten nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand entsprechen.“
Unsere Grundsätze der Unabhängigkeit
Glaubwürdigkeit erfordert Unabhängigkeit. Deshalb gelten für das Hohentor Gesundheitsportal klare Grundsätze, die nicht verhandelbar sind:
Redaktionelle Unabhängigkeit von Werbepartnern
Dieses Portal finanziert sich teilweise über Affiliate-Partnerschaften. Diese Partnerschaften haben jedoch keinen Einfluss darauf, welche Produkte wir bewerten, wie wir sie bewerten oder ob wir sie empfehlen. Die Redaktion arbeitet unabhängig von der Geschäftsseite des Portals.
Keine bezahlten Bewertungen
Kein Hersteller kann eine positive Bewertung kaufen. Wir nehmen keine Zahlungen für redaktionelle Inhalte an. Bezahlte Inhalte – sollte es sie je geben – würden wir ausdrücklich als „Gesponsert“ oder „Anzeige“ kennzeichnen.
Auch negative Bewertungen
Wenn die Evidenz zeigt, dass ein Produkt nicht hält, was es verspricht, sagen wir das – unabhängig davon, ob wir mit dem Hersteller eine Affiliate-Partnerschaft haben. Unsere Leser verdienen ehrliche Einschätzungen, keine Gefälligkeitsbewertungen.
Offenlegung von Interessenkonflikten
Sollte ein Autor oder Reviewer einen persönlichen oder wirtschaftlichen Bezug zu einem bewerteten Produkt oder Hersteller haben, wird dies am Ende des Beitrags offengelegt. Bislang besteht bei keinem Mitglied unserer Redaktion ein solcher Interessenkonflikt.
Ausführliche Informationen zu unserer Finanzierung finden Sie im Disclaimer & Affiliatehinweis.
Haben Sie Fragen zu unseren Redaktionsrichtlinien oder möchten Sie auf einen Fehler in einem unserer Beiträge hinweisen? Wir freuen uns über Ihr Feedback.